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Der Weihnachtsmann bringt die Geschenke – stimmt’s?

Die Zeit, 26.12.1997

Diese Kolumne habe ich vor 22 Jahren für die „Zeit“ geschrieben. Es war der vorläufige Abschluss einer 28-teiligen Serie. Aber wir baten die Leser darum, weitere Fragen einzusenden – bis heute sind über 1100 weitere Kolumnen erschienen.

Stimmt. Es gibt natürlich die ewig besserwissenden Zeitgenossen, die meinen, mit hochwissenschaftlichen Argumenten gegen Kinderträume angehen zu müssen. Im Internet, das ja bekanntlich hauptsächlich von phantasielosen Naturwissenschaftlern bevölkert wird, kursiert ein anonymes Pamphlet mit dem Titel „Gibt es den Weihnachtsmann?“ Darin werden schwerwiegende Argumente gegen die Existenz des guten Mannes vorgebracht. Unter der Annahme, daß der Weihnachtsmann am Weihnachtstag 91,8 Millionen christliche Haushalte zu besuchen hat, müßte er 822,6 Familien pro Sekunde beglücken, er hat also für jede Familie eine gute Tausendstelsekunde Zeit.

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Crêpes à la Physique

Die Zeit

Zwei Franzosen haben berechnet, wie man zu Hause perfekte dünne Pfannkuchen backt.

Es ist einige Jahre her, da stand der französische Physiker Mathieu Sellier in der Küche und versuchte, Crêpes zu backen. Er schüttete den Teig für die hauchdünnen Pfannkuchen in die heiße Pfanne und versuchte dann mit ungelenken Bewegungen, ihn möglichst gleichmäßig zu verteilen. So schildert er es heute. Und er erinnert sich daran, dass er fluchte, weil kaum einer der Teigfladen wirklich schön rund und ebenmäßig geriet. Viele hätten auch hässliche Löcher enthalten. „Du bist doch Flüssigkeitsdynamiker“, habe seine Frau gesagt. „Da solltest du in der Lage sein, die optimale Methode zu finden!“

Sellier, der heute an der University of Canterbury in Neuseeland forscht, lernte im Jahr 2016 auf einer Konferenz in Montreal seinen Landsmann Edouard Boujo kennen, einen Physiker von der École Polytechnique im französischen Palaiseau. Die beiden kamen auf das Crêpes-Problem zu sprechen und beschlossen, es theoretisch anzugehen. Nun berichten sie im Journal Physical Review Fluids darüber.

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Wetten, die Welt geht unter?

Die Zeit

Als der Teilchenbeschleuniger LHC an den Start ging, begann ein kurioses Gewinnspiel: 500 Dollar auf die Apokalypse! Jetzt ist Zahltag.

Panische Aufrufe im Internet, Todesdrohungen gegen beteiligte Forscher und mehrere Versuche, ein Experiment per Klage vor Gericht zu stoppen: Als vor zehn Jahren am europäischenKernforschungszentrum Cern der Large Hadron Collider (LHC) in Betrieb genommen wurde, war die Aufregung gewaltig. Einige Zeitgenossen fürchteten, der riesige Teilchenbeschleuniger könne die Welt zerstören. Denn ein Tübinger Wissenschaftler hatte behauptet, in den hochenergetischen Kollisionen der Elementarpartikeln könnte möglicherweise ein winziges Schwarzes Loch entstehen, welches immer weiter anwachsen und am Ende die Erde verschlucken werde. Als dann am 10. September 2008, einem Mittwoch, die ersten Protonen durch den Ringbeschleuniger geschickt wurden, rechneten die Warner mit dem Schlimmsten.

Während in Europa die Diskussion zwischen Apokalypse und Amüsement pendelte, ging bei der Long Now Foundation in San Francisco eine sportliche Wette ein. Ein gewisser Joe Keane wettete 500 Dollar darauf, dass der LHC binnen zehn Jahren die Erde zerstören werde – und schuf damit das Paradebeispiel einer Lose-lose-Situation: Entweder wäre das Geld weg oder gleich der ganze Planet. So oder so, Keane konnte nur verlieren.

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Von Stanford nach Halle

Die Zeit, 10.4.14

Der amerikanische Starphysiker Stuart Parkin kommt nach Sachsen-Anhalt. Was zieht ihn her?

Geht man freiwillig von Stanford nach Halle? Aus dem brodelnden Silicon Valley in die sachsen-anhaltinische Provinz? Von einer begehrten Position beim Computerriesen IBM als Research Fellow, die maximale Freiheit erlaubt, in den überregulierten öffentlichen Dienst am Wissenschaftsstandort Deutschland?

Genau das tut Stuart Parkin. Und ja, er ist im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Mit diesem Transfer ist der Max-Planck-Gesellschaft – zusammen mit der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und der Universität Halle – ein echter Coup gelungen. Sie hat den 58-jährigen Starphysiker über den Atlantik geholt und zum 1. April als Direktor für das Max-Planck-Institut (MPI) für Mikrostrukturphysik in Halle verpflichtet

Rätselhafte Asymmetrie

Die Zeit

Warum gibt es mehr Materie als Antimaterie? Neue Ergebnisse vom Fermilab

Stefan Söldner-Rembold hat einen neuen Spitznamen: „Mr. Goosebump“ nennen ihn seine Kollegen auf den Fluren des Fermilab, des Teilchenbeschleunigers in der Nähe von Chicago . Söldner-Rembold, Physiker von der Universität Manchester, ist einer der beiden Sprecher des sogenannten DZero-Experiments.

In der vergangenen Woche durfte er verkünden, dass die neuesten Messergebnisse bei vielen der 500 beteiligten Forscher eine Gänsehaut (Englisch goosebumps ) hervorgerufen hätten – angesichts von etwas, das „über das hinausgeht, was die bisherigen Theorien erklären können“

Zeitreisen – ein Menschheitstraum

3sat

Wir leben in einer mobilen Gesellschaft. So schnell wie möglich wollen wir uns von A nach B bewegen, durch alle drei Raumdimensionen. Oder mal eben durch die Zeit reisen – keine verpassten Termine mehr. Und wenn man letzte Woche was verpasst hat: kein Problem – zurück in die Vergangenheit und es schnell erledigen. Wäre doch klasse, wenn das so gehen würde wie im Science-Fiction-Film. Es gibt Physiker, die sich ernsthaft mit solchen Dingen beschäftigen wie Zeitreisen und Beamen …

Ein Film von Christoph Drösser und Tobias Greh mit den Wissenschaftlern Markus Pössel, Hermann Nicolai und Bernard Schutz (MPI für Gravitationsphysik), Günter Nimtz (Universität Köln) und Anton Zeilinger (Universität Wien).