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Die Zeit

Mit künstlicher Intelligenz wollen Forscher einen Menschheitstraum verwirklichen: Die Sprache der Tiere entschlüsseln.

Die Gesänge der Buckelwale sind weltberühmt. Mit lang gezogenen, oft klagend klingenden Liedern verständigen sich die Ozeanriesen über Hunderte von Kilometern. Man kann die Walgesänge auch als Meditations-CDs kaufen, unterlegt mit einem meist kitschigen Musikteppich.

Die Sprache der Pottwale klingt erheblich sperriger. Sie besteht aus kurzen Knacklauten, in schneller Folge artikuliert, und erinnert an Morsezeichen oder das Knattern eines fehlerhaften elektronischen Bauteils. Sie wirkt eher digital als meditativ – und just diese Eigenschaft soll die Sprache der Pottwale zur ersten Tiersprache machen, die der Mensch mithilfe künstlicher Intelligenz komplett entschlüsselt.

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Was erzählen sich Wale?

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Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt will mit KI-Methoden die Sprache der Pottwale entschlüsseln. Lässt sich so die Barriere zwischen Mensch und Tier überwinden?

Michael Bronstein hat noch nie einen Wal von Nahem gesehen. Aber der 41-jährige Informatiker vom Imperial College in London könnte den entscheidenden Beitrag zu einem Projekt leisten, dessen Ziel abenteuerlich klingt: die Sprache der Pottwale zu entschlüsseln. Der Dialog zwischen Mensch und Tier, der zurzeit vor allem von Missverständnissen geprägt ist, würde damit eine neue Qualität annehmen. Werden wir bald mit unseren Verwandten im Tierreich reden können wie Dr. Dolittle mit seinen Tieren?

CETI nennt sich das Projekt, an dem Biolog:innen, Linguist:innen, Informatiker:innen und Roboter-Ingenieur:innen beteiligt sind