Ich habe doch nichts zu verbergen!

Die Zeit

Das Handy ist Teil unserer Privatsphäre. Warum wir es trotzdem leichtfertig hergeben, haben zwei Forscherinnen untersucht.

Könnten Sie mal kurz Ihr Handy entsperren und es mir geben? Ich muss damit schnell nach nebenan gehen und etwas nachschauen.“ Würden Sie dieser Bitte nachkommen?

Das Handy ist unser intimster Begleiter. Es speichert die Namen und Adressen unserer Freunde, auch unsere E-Mails und Textnachrichten, Fotos, häufig sogar ein lückenloses Bewegungsprofil. Deshalb gerät es ins Visier von polizeilichen Ermittlern. Beschlagnahmen und durchsuchen darf die Polizei das Handy eines Beschuldigten allerdings nur mit einem richterlichen Durchsuchungsbefehl – oder aber wenn der Besitzer es ihnen freiwillig übergibt und gegebenenfalls per PIN oder Fingerabdruck entsperrt. Selbst wer meint, er habe nichts zu verbergen, sollte sich gut überlegen, ob er seine Intimsphäre freiwillig entblößt.

Roseanna Sommers von der University of Chicago und Vanessa Bohns von der Cornell-Universität im US-Bundesstaat New York hatten Zweifel, ob Menschen die Einwilligung zu einer Überprüfung ihrer Privatsphäre – in der Wohnung oder im Handy – wirklich aus freien Stücken geben