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Im Blindflug in die Zukunft

Deutschlandfunk Kultur

Etwas läuft schief im Internet, hat der Autor James Bridle bereits vor zwei Jahren festgestellt. In seinem Buch „New Dark Age“ plädiert er dafür, sich kritischer mit Technologie zu beschäftigen. Doch einfache Lösungen gibt es nicht.

„Ich plädiere für eine nachdenklichere Beschäftigung mit Technologie, gepaart mit einem radikal anderen Verständnis dessen, was sich über die Welt denken und wissen lässt“, schreibt der Vordenker James Bridle in seinem neuen Buch und hinterlässt uns nachdenklich in die schöne neue digitalisierte Welt.

James Bridle kam Ende 2017 zu kurzer Berühmtheit im Internet, als er einen Artikel auf der Website Medium veröffentlichte: „Something is wrong on the internet“ – etwas läuft schief im Internet. Bridle berichtet darin von einer Expedition in die Tiefen von YouTube

Facebook-Investor warnt vor Facebook

Deutschlandfunk Kultur

Er hat frühzeitig in Facebook investiert – nun warnt Roger McNamee in seinem Buch „Zucked“ vor der Datengier der Firma. Das Geschäftsmodell von Facebook müsse dringend verändert werden, mahnt er. Den Gründer Zuckerberg hält er für einen Naivling.

Facebook kriegt zurzeit eine Menge Prügel ab. Von der Europäischen Kommission, vom US-Kongress, von empörten Usern. Es geht um Datenschutz, um einen süchtig machenden und polarisierenden Algorithmus, um das Versäumnis, die Beeinflussung der amerikanischen Präsidentschaftswahlen durch ausländische Akteure erkannt und verhindert zu haben. Immer wenn ein neuer Skandal ans Licht kommt, entschuldigt sich der Facebook-Chef Mark Zuckerberg wortreich – und gibt bald darauf neue Quartals-Rekordgewinne bekannt.

Roger McNamee hat zu dem phänomenalen Erfolg der Firma beigetragen. Der kalifornische Risikokapitalgeber hat frühzeitig in Facebook investiert. Er hat in einem entscheidenden Moment im Jahr 2006 Zuckerberg davon abgeraten, sein junges Unternehmen für eine Milliarde Dollar an Microsoft zu verkaufen. Und er hat ihm seine Geschäftsführerin Sheryl Sandberg vermittelt

Alles wird gut. Nein, wirklich. Glaubt mir!

Zeit Online

Zum Start der Entwicklerkonferenz F8 wirbt Mark Zuckerberg mal wieder um Vertrauen. Facebook will er umbauen. Es soll sicherer werden, privater – und weniger blau.

The future is private„, die Zukunft ist privat, verkündete Mark Zuckerberg zur Eröffnung der Facebook-Entwicklerkonferenz F8, und der Applaus war verhalten. Dieses Publikum konnte er für sein neues Firmenmotto nicht begeistern. Facebooks CEO musste den Programmierern und Programmiererinnen, die Apps für sein Ökosystem aus Facebook, Messenger, WhatsApp und Instagram entwickeln, sogar sagen, dass ihre Arbeit in Zukunft schwieriger werden könnte: „Wir haben in der letzten Woche einige Änderungen in unser Entwicklerprogramm eingeführt, die den Zugriff auf unsere Daten weiter begrenzen.“

Im Netz der Verschwörungstheorien

Zeit Online

YouTube fördere die Verbreitung von Verschwörungstheorien und verdiene damit Geld, sagen Kritiker seit Jahren. Die Plattform störte das nicht weiter. Bis jetzt.

Wer auf Google nach „Impfen MMR“ sucht, findet eine Fülle von seriösen Informationen zu dieser Impfung, die Kinder unter anderem vor Masern schützt. Ganz oben der Wikipedia-Artikel, dann folgt eine Informationsseite des Robert-Koch-Instituts. Auf der ersten Trefferseite findet sich nicht ein einziger Link zu einer Website von Impfgegnern.

Klickt man einen dieser unseriösen Filme an, dann gerät man in einen regelrechten Strudel von Verschwörungstheorien, Esoterik und flacher Lebenshilfe

Süchtig im Netz

SWR2 Wissen

Programmierer im Silicon Valley erfinden Techniken, um die eigene Onlinesucht zu überlisten. Teil 2 unserer Reihe über die Zukunft der Sozialen Medien.

Ein Samstagnachmittag in der App Academy in San Francisco. In dieser Schule lernen Studenten normalerweise, Apps für Smartphones zu programmieren. Aber heute haben sich hier etwa 20 Menschen eingefunden, für die Apps, Smartphones und soziale Medien eher zum Horror geworden sind.

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Sendemanuskript

Forschen mit Facebook-Daten?

Deutschlandfunk Kultur

Von Schlagzeilen getrieben: Facebook hat den Zugang zu Daten seiner User von außen weitgehend dichtgemacht. Wie davon auch akademisch forschende Wissenschaftler betroffen sind, erklärt David Ginsberg, der Forschungschef von Facebook.

Für Außenstehende drängt sich in den letzten Monaten der Eindruck auf, dass Facebooks Datenwall löchrig ist wie ein Sieb. Ist das soziale Netzwerk ein Selbstbedienungsladen für Hacker? Tatsächlich hat Facebook das sogenannte „Graph API“, die Schnittstelle, über die Außenstehende auf die Vernetzungsdaten der Nutzer zugreifen konnten, nach dem Cambridge-Analytica-Skandal weitgehend dicht gemacht.

Ein Nebeneffekt: Auch seriöse Wissenschaftler kamen nicht mehr an die Daten heran, die für sie ein wertvoller Rohstoff zur soziologischen Forschung im Internet-Zeitalter waren. 30 von ihnen schrieben einen empörten offenen Brief. Sie listeten 150 akademische Arbeiten auf, die ohne die Facebook-Daten unmöglich gewesen wären.

Studien darüber, wie sich Nachrichten in den sozialen Netzen verbreiten, aber auch über die Beziehungen zwischen den Menschen. Wie soll Facebook damit umgehen? Eine schwierige Abwägung, sagt David Ginsberg

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„Wir sind nicht nur Angestellte, wir sind Besitzer“

Zeit Online

Googles Mitarbeiter protestieren gegen sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz – unterstützt von der Firmenleitung. Doch die Beschäftigten fordern mehr als Beifall.

Es war eine beeindruckende Aktion: Mehr als 20.000 Google-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in der ganzen Welt legten am vergangenen Donnerstag um 11.10 Uhr die Arbeit nieder und demonstrierten vor ihren Büros gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Die Zahl stammt von den Organisatoren. Wenn sie stimmt, verließ jeder fünfte Mitarbeiter des Internetkonzerns sein Büro.

Die Googler protestierten, jedenfalls auf den ersten Blick, vor allem gegen eine Zahl: 90 Millionen. Mit so vielen Dollar soll dem Android-Erfinder Andy Rubin 2014 der Abgang von Google versüßt worden sein, nachdem ihm vorgeworfen wurde, eine Kollegin, mit der er eine Affäre hatte, zum Oralsex gezwungen zu haben

„Gereizt, zynisch und paranoid“

Die Zeit

Der Internetexperte Jaron Lanier fordert in seinem neuen Buch: Löscht eure Facebook- und Twitter-Accounts! Ein Gespräch über die subtile Beeinflussung der sozialen Medien und die massive Zunahme negativer Emotionen.

DIE ZEIT: Herr Lanier, Ihr neues Buch trägt die Botschaft schon im Titel: Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst. Dabei haben Sie doch selbst gar keine Social-Media-Accounts, weder auf Facebook noch auf Twitter. Wie können Sie da anderen Ratschläge geben?

Jaron Lanier: Ich habe Erfahrungen auf der anderen Seite des Vorhangs gesammelt. Ich kenne diese Firmen, ich habe an entsprechenden Algorithmen gearbeitet. Ihre Frage suggeriert, dass man erst Opfer eines Trickbetrügers werden muss, bevor man andere vor ihm warnen kann 

Das Interview mit Jaron Lanier habe ich mehrmals verwertet, auch im Radio. Hier gibt es weitere interessante Ausschnitte daraus:

Eine Überdosis Facebook

Die Zeit

Sie haben bei Google oder Twitter gearbeitet – dann entdeckten sie die schädliche Seite der sozialen Medien. Aussteiger aus dem Silicon Valley kritisieren die Firmen jetzt als asozial, deren Angebote süchtig machten. Sie verweisen auf Alternativen.

So langweilig wie möglich versucht Tristan Harris sein Smartphone zu machen. Die Anzeige ist nicht bunt, sondern schwarz-weiß. Auf dem Start-Bildschirm sind nur die notwendigsten Apps zu sehen. Und Harris hat allen Anwendungen verboten, dass sie ihn mit piepsenden, vibrierenden Mitteilungen nerven. Nur Nachrichten von echten Menschen dürfen um seine Aufmerksamkeit buhlen, zum Beispiel eine SMS.

Mit dieser Smartphone-Askese will sich Harris persönlich abschirmen gegen die unzähligen technischen Ablenkungen in seinem Alltag. Seine Mission aber sieht Harris, ein ehemaliger Google-Mitarbeiter, im Kampf gegen den Aufmerksamkeitsdiebstahl durch die großen Silicon-Valley-Firmen in unser aller Alltag. Dafür hat er im Kernland der digitalen Revolution zusammen mit anderen Abtrünnigen das CHT gegründet, das Center for Humane Technology („Zentrum für humane Technologie“). Lassen sich Google, Facebook und Co. menschlicher gestalten? 

Jetzt will Mark uns verkuppeln

Zeit Online

Facebook wird dank einer neuen Datingfunktion zur Partnerbörse. Das ist nur konsequent und könnte ziemlich erfolgreich sein: Das soziale Netzwerk ist das Ur-Tinder.

Mark Zuckerberg hatte gestern die schwierige Aufgabe, mit seiner Rede zum Auftakt der Entwicklerkonferenz F8 in San José zwei sehr unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Erstens die Entwickler und Entwicklerinnen im Saal – 5.000 Menschen, die teilweise als Ein-Personen-Firmen davon leben, das Ökosystem des sozialen Netzwerks um neue Anwendungen zu bereichern, und dabei an Facebooks Datenschnittstelle wie an einer Nabelschnur hängen.

Zweitens die allgemeine Öffentlichkeit, die sich in den vergangenen Monaten vor allem über Facebooks schludrigen Umgang mit ebendiesen Daten erregt hat. Die beiden Gruppen haben durchaus widerstrebende Interessen: Einige Entwickler waren in letzter Zeit erbost darüber, dass sie nach der Affäre um Cambridge Analytica nicht mehr so umfassenden Zugriff auf die Profile der Nutzer hatten wie früher.

Der Facebook-Chef bemühte sich redlich, es beiden Seiten recht zu machen