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Die unsichtbare Maske

Zeit Online

Einfach das Selfie mit einer Prise Brad Pitt vermischen und schon werden unsere Gesichter unsichtbar für Algorithmen? Ja, sagen die Entwickler eines neuen Verfahrens.

Die Corona-Pandemie ist keine gute Zeit für die Spione bei Polizei, Geheimdiensten und Privatfirmen, die sich auf Gesichtserkennungsalgorithmen verlassen. Menschen, die sich maskiert in der Öffentlichkeit bewegen, sind von solchen Algorithmen praktisch nicht zu identifizieren. Nicht einmal Smartphones erkennen ihre Besitzer. Die müssen wie früher ihren PIN-Code eingeben, um das Handy zu entsperren.

Der Mund-Nasen-Schutz wurde in diesem Jahr somit zufällig zu einem ebenso einfachen wie effektiven Mittel gegen Gesichtserkennung. Doch die Pandemie wird irgendwann zu Ende sein, Gesichtserkennung wird bleiben

Das mächtige Netzwerk

Zeit Online

800 Millionen User nutzen die chinesische App TikTok. Jetzt droht Donald Trump, sie zu verbannen. Warum interessiert sich der US-Präsident für eine App voller Tanzvideos?

Von Philipp Daum, Christoph Drösser, Julia Kopatzki, Eike Kühl, Meike Laaff, Katharin Tai und Vanessa Vu

Als Alex Zhu vor rund einem Jahrzehnt in einem Zug Jugendliche beobachtet, die Musik hören, ihre Lippen dazu bewegen und sich dabei filmen, dürfte er nicht geahnt haben, dass er bald eines der größten sozialen Netzwerke der Welt erfinden würde, genutzt von Hunderten Millionen Menschen weltweit, schneller wachsend als alle anderen: Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat.

Noch unwahrscheinlicher, dass er ahnte, dass er einen der mächtigsten Männer der Welt zum Feind haben würde: den amerikanischen Präsidenten

„Das Internet wird vielfach als Sündenbock missbraucht“

Zeit Online

(Dies ist die Langfassung des Interviews, das ich mit Tim O’Reilly geführt habe. Sie enthält einige Passagen, die aus der Fassung von Zeit Online herausgekürzt wurden – ich fand sie interessant genug, um sie hier zu dokumentieren.)

Ist das Internet kaputt? Nein, sagt der Webvordenker Tim O’Reilly. Er glaubt immer noch an das Gute im Netz. Ein Gespräch über Geparden, Elefanten und Donald Trump

Er gilt als „Orakel des Silicon Valley“: Tim O’Reilly hat Begriffe wie „Open Source“ oder „Web 2.0“ populär gemacht. Als Gründer und CEO des Computerbuchverlags O’Reilly Media hat er mehrere Bücher verfasst – unter anderem über Windows, Twitter und Unix. In seinem jüngsten Werk „WTF? What’s the Future and Why It’s Up to Us“ beschäftigt er sich mit der Zukunft und der „nächsten Ökonomie“. ZEIT ONLINE hat ihn getroffen und mit ihm über den Hype um künstliche Intelligenz (KI), datenbasierte Politik und den Zustand des Internets gesprochen.

Herr O’Reilly, würden Sie lieber von einem Präsidenten wie Donald Trump regiert oder von einer künstlichen Intelligenz?

Das kommt auf die KI an genauso wie auf die Person.

Warum?

Genauso, wie es viele Arten von Lebewesen gibt, wird es wahrscheinlich auch viele Arten von KI geben. Und sie werden unterschiedliche Begabungen haben. Ein Pferd oder ein Gepard rennen ja auch schneller als wir Menschen, trotzdem können wir andere Dinge besser als sie. Also müssen wir eher über spezifische Fähigkeiten reden.

Zum Beispiel?

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Im Blindflug in die Zukunft

Deutschlandfunk Kultur

Etwas läuft schief im Internet, hat der Autor James Bridle bereits vor zwei Jahren festgestellt. In seinem Buch „New Dark Age“ plädiert er dafür, sich kritischer mit Technologie zu beschäftigen. Doch einfache Lösungen gibt es nicht.

„Ich plädiere für eine nachdenklichere Beschäftigung mit Technologie, gepaart mit einem radikal anderen Verständnis dessen, was sich über die Welt denken und wissen lässt“, schreibt der Vordenker James Bridle in seinem neuen Buch und hinterlässt uns nachdenklich in die schöne neue digitalisierte Welt.

James Bridle kam Ende 2017 zu kurzer Berühmtheit im Internet, als er einen Artikel auf der Website Medium veröffentlichte: „Something is wrong on the internet“ – etwas läuft schief im Internet. Bridle berichtet darin von einer Expedition in die Tiefen von YouTube

Facebook-Investor warnt vor Facebook

Deutschlandfunk Kultur

Er hat frühzeitig in Facebook investiert – nun warnt Roger McNamee in seinem Buch „Zucked“ vor der Datengier der Firma. Das Geschäftsmodell von Facebook müsse dringend verändert werden, mahnt er. Den Gründer Zuckerberg hält er für einen Naivling.

Facebook kriegt zurzeit eine Menge Prügel ab. Von der Europäischen Kommission, vom US-Kongress, von empörten Usern. Es geht um Datenschutz, um einen süchtig machenden und polarisierenden Algorithmus, um das Versäumnis, die Beeinflussung der amerikanischen Präsidentschaftswahlen durch ausländische Akteure erkannt und verhindert zu haben. Immer wenn ein neuer Skandal ans Licht kommt, entschuldigt sich der Facebook-Chef Mark Zuckerberg wortreich – und gibt bald darauf neue Quartals-Rekordgewinne bekannt.

Roger McNamee hat zu dem phänomenalen Erfolg der Firma beigetragen. Der kalifornische Risikokapitalgeber hat frühzeitig in Facebook investiert. Er hat in einem entscheidenden Moment im Jahr 2006 Zuckerberg davon abgeraten, sein junges Unternehmen für eine Milliarde Dollar an Microsoft zu verkaufen. Und er hat ihm seine Geschäftsführerin Sheryl Sandberg vermittelt

Alles wird gut. Nein, wirklich. Glaubt mir!

Zeit Online

Zum Start der Entwicklerkonferenz F8 wirbt Mark Zuckerberg mal wieder um Vertrauen. Facebook will er umbauen. Es soll sicherer werden, privater – und weniger blau.

The future is private„, die Zukunft ist privat, verkündete Mark Zuckerberg zur Eröffnung der Facebook-Entwicklerkonferenz F8, und der Applaus war verhalten. Dieses Publikum konnte er für sein neues Firmenmotto nicht begeistern. Facebooks CEO musste den Programmierern und Programmiererinnen, die Apps für sein Ökosystem aus Facebook, Messenger, WhatsApp und Instagram entwickeln, sogar sagen, dass ihre Arbeit in Zukunft schwieriger werden könnte: „Wir haben in der letzten Woche einige Änderungen in unser Entwicklerprogramm eingeführt, die den Zugriff auf unsere Daten weiter begrenzen.“

Im Netz der Verschwörungstheorien

Zeit Online

YouTube fördere die Verbreitung von Verschwörungstheorien und verdiene damit Geld, sagen Kritiker seit Jahren. Die Plattform störte das nicht weiter. Bis jetzt.

Wer auf Google nach „Impfen MMR“ sucht, findet eine Fülle von seriösen Informationen zu dieser Impfung, die Kinder unter anderem vor Masern schützt. Ganz oben der Wikipedia-Artikel, dann folgt eine Informationsseite des Robert-Koch-Instituts. Auf der ersten Trefferseite findet sich nicht ein einziger Link zu einer Website von Impfgegnern.

Klickt man einen dieser unseriösen Filme an, dann gerät man in einen regelrechten Strudel von Verschwörungstheorien, Esoterik und flacher Lebenshilfe

Süchtig im Netz

SWR2 Wissen

Programmierer im Silicon Valley erfinden Techniken, um die eigene Onlinesucht zu überlisten. Teil 2 unserer Reihe über die Zukunft der Sozialen Medien.

Ein Samstagnachmittag in der App Academy in San Francisco. In dieser Schule lernen Studenten normalerweise, Apps für Smartphones zu programmieren. Aber heute haben sich hier etwa 20 Menschen eingefunden, für die Apps, Smartphones und soziale Medien eher zum Horror geworden sind.

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Sendemanuskript

Forschen mit Facebook-Daten?

Deutschlandfunk Kultur

Von Schlagzeilen getrieben: Facebook hat den Zugang zu Daten seiner User von außen weitgehend dichtgemacht. Wie davon auch akademisch forschende Wissenschaftler betroffen sind, erklärt David Ginsberg, der Forschungschef von Facebook.

Für Außenstehende drängt sich in den letzten Monaten der Eindruck auf, dass Facebooks Datenwall löchrig ist wie ein Sieb. Ist das soziale Netzwerk ein Selbstbedienungsladen für Hacker? Tatsächlich hat Facebook das sogenannte „Graph API“, die Schnittstelle, über die Außenstehende auf die Vernetzungsdaten der Nutzer zugreifen konnten, nach dem Cambridge-Analytica-Skandal weitgehend dicht gemacht.

Ein Nebeneffekt: Auch seriöse Wissenschaftler kamen nicht mehr an die Daten heran, die für sie ein wertvoller Rohstoff zur soziologischen Forschung im Internet-Zeitalter waren. 30 von ihnen schrieben einen empörten offenen Brief. Sie listeten 150 akademische Arbeiten auf, die ohne die Facebook-Daten unmöglich gewesen wären.

Studien darüber, wie sich Nachrichten in den sozialen Netzen verbreiten, aber auch über die Beziehungen zwischen den Menschen. Wie soll Facebook damit umgehen? Eine schwierige Abwägung, sagt David Ginsberg

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