Jill Lepore: „Die Regierung der Maschinen“

Deutschlandfunk

Die Tech-Bros, die davon überzeugt sind, dass the world a better place wird, wenn man sie nur ungehindert machen lässt, haben ideologische Vorläufer. Elon Musk sogar in der eigenen Familie: Sein Großvater gehörte in den 1930ern zu Technocracy Inc., einer antidemokratischen Polit-Sekte, die an die Herrschaft der Ingenieure glaubte.

Jill Lepores neues Buch, „Die Regierung der Maschinen“ (auf Englisch schöner: „The Rise and Fall of the Artificial State“) beweist, dass Geisteswissenschaftler die aktuellen Debatten um KI durchaus bereichern können, in diesem Fall mit einer spannenden historischen Analyse. Und sie beantwortet auch meine Frage, ob eine KI ein besserer Präsident wäre als Donald Trump.

Meine Rezension bei „Andruck“ im Deutschlandfunk.

„Stanford Daily“ – Studierendenzeitung kämpft für Presse- und Meinungsfreiheit

Deutschlandfunk

Eine David-gegen-Goliath-Geschichte: Bei einem Besuch im letzten Jahr erzählte mir die Redaktion der Studierendenzeitung The Stanford Daily, dass nach den brutalen Aktionen der Trump-Regierung immer weniger Studierende bereit wären, Artikel mit ihrem Namen in der Zeitung zu veröffentlichen.

Mit Rückendeckung der Organisation Foundation for Individual Rights and Expression (FIRE) verklagte die Zeitung die Regierung, weil sie mit ihren Aktionen die Meinungsfreiheit einschränke. Die Bundesrichterin in San Jose hat nun das Gesetz, auf das sich Außenminister Marco Rubio beim Widerruf der Studierenden-Visa berufen hatte, für verfassungswidrig erklärt.

Songs als Protest – Was Musiker bewirken können

SWR

Nach tödlichen ICE-Einsätzen in Minneapolis schrieb Bruce Springsteen ein Lied, postete es auf Instagram und mobilisierte so Zehntausende Fans gegen die Politik von US-Präsident Trump.

In Deutschland singen Bands wie Die Toten Hosen und Hip Hopper wie Apsilon gegen rechts. Auch die Schlagersängerin Helene Fischer positioniert sich klar.

Musik war zu allen Zeiten Bestandteil politischer Kämpfe, ob es um Revolutionslieder geht, den Klimaschutz oder gegen den Krieg. Heute nutzt linke wie rechte Protestmusik soziale Medien und kann Millionen Menschen erreichen. Die Politik aber kann nur das Publikum ändern, indem es selbst aktiv wird und wählen geht.

Das Manuskript zur Sendung kann hier heruntergeladen werden.

250 Jahre USA

Deutschlandfunk Kultur

Der 4. Juli 2026 ist der 250. Jahrestag der Unabhängkeitserklärung der USA. Aus diesem Anlass haben meine kalifornischen Weltreporter.net-Kollegen Kerstin Zilm, Arndt Peltner und ich eine vierteilige Featureserie produziert.

Teil 1: „…that all men are created equal“
Rassismus und Sklaverei – blinder Fleck und Ursünde
Von Arndt Peltner

Teil 2: „… the pursuit of happiness“
Wie die US-Kultur die Welt eroberte
Von Kerstin Zilm

Teil 3: „… it is their duty to throw off such government …“
Die kalifornische Ideologie und die Rolle des Staats für den wissenschaftlichen Fortschritt
Von Christoph Drösser

Teil 4: „… deriving their just powers from the consent of the governed“
Demokratie in Zeiten der Polarisierung
Gemeinschaftsproduktion der drei AutorInnen

Die Sendungen sind auch später noch zu finden im Podcast Zeitfragen.Feature.

Jill Lepore: „We the People. Eine Geschichte der amerikanischen Verfassung“

Deutschlandfunk

Die konservative Mehrheit im Supreme Court der USA legt die Verfassung nach dem Motto aus: Was hätten ihre Väter zu Abtreibung oder Künstlicher Intelligenz gesagt?

In einem fulminanten 900-Seiten Buch zeigt die Historikerin Jill Lepore: Die Verfassungsväter hätten am liebsten alle 20 Jahre eine neue verfassungsgebende Versammlung einberufen. Ihr Regelwerk war auf Veränderung hin ausgelegt.

Gesellschaft im Wandel – Wie wir Veränderungen bewältigen können

SWR2

Ob Klimawandel, künstliche Intelligenz oder alternde Gesellschaft – die Welt um uns verändert sich rasant.

Von allen Seiten werden wir aufgefordert, uns an diese Prozesse anzupassen: Wir sollen unseren CO2-Fußabdruck reduzieren, ständig neue Medientechniken lernen, selbst fürs Alter vorsorgen.

Viele reagieren auf diese Anforderungen hilflos oder mit Widerstand. Dabei ist Veränderung notwendig – und möglich, auch wenn sie schwerfällt. Nudging soll Menschen motivieren, ihren Lebenswandel zu ändern. Psychologische Strategien können helfen, die großen Veränderungen im Kleinen besser zu bewältigen.

Das Manuskript zur Sendung kann man hier herunterladen.

Die USA und ihr Klimaerfolg – Das vergessene Wahlkampfthema

SWR2 Wissen

Die USA sind in der heißen Wahlkampfphase und es wird über vieles geredet – nur nicht übers Klima. Dabei ist das nicht nur ein lebenswichtiges Thema, sondern auch ein Beispiel für erfolgreiche Politik der Biden-Regierung.

Der Inflation Reduction Act, ein Billionen-Dollar-Paket, hat in zwei Jahren Hunderttausende Arbeitsplätze geschaffen und das Land auf den Weg zu einer klimafreundlichen Zukunft gebracht.Europäische Politiker schauen neidisch nach Amerika – aber dort kennen nur wenige das Gesetzespaket. Wie machen Kamala Harris und Donald Trump Wahlkampf mit Klimapolitik?

Das Manuskript zur Sendung kann man herunterladen.

Vincent Bevins: „If We Burn“

Deutschlandfunk

Ein Buch über das Jahrzehnt der Massenproteste – und warum fast alle von ihnen im Sand verliefen.

Es fing an mit dem Arabischen Frühling im Jahr 2010. Übers Internet organisierten sich Demonstrierende und stürzten manchmal ganze Regierungen. In Tunis, Istanbul, São Paolo und Honkong gingen Millionen auf die Straße. Aber meist folgte die Ernüchterung, der dauerhafte Erfolg blieb aus. In seinem Buch If We Burn, zu Deutsch “Wenn wir brennen”, beschreibt der amerikanische Journalist Vincent Bevins die bewegten Jahre zwischen 2010 und 2020.