Kalifornien
Meine Haushaltshilfe, der Roboter
In San Francisco kann man sich einen humanoiden Roboter nach Hause bestellen, der Klo und Küche putzt. Ist das wirklich die Zukunft? Unser Autor hat es ausprobiert.
Der Roboter schafft es einfach nicht über die Schwelle der Eingangstür. Fünfmal rutscht sein Fuß auf der leicht abschüssigen Leiste ab, die wir Menschen nicht einmal bewusst wahrnehmen. Erst beim sechsten Mal macht er, ferngesteuert von seinem Operator, einen mutigen Schritt und überwindet das unscheinbare Hindernis …
Die fantastische Piratenwerkstatt
Zwischen Holzbeinen und Augenklappen lernen Kinder in San Francisco, wie man Geschichten schreibt. Nanu? Christoph Drösser hat sich in der Schreibstube des berühmten Autors Dave Eggers umgesehen.
Wer das alte Haus in der Valencia Street Nr. 826 in San Francisco betritt, lässt die normale Welt hinter sich – und steht plötzlich mitten in einem Piratenabenteuer: Holzbeine lehnen in den Regalen, daneben liegen Papageienfutter und Schreibfedern mit Tintenglas. Kanonenkugeln fliegen hier keine – dafür aber Wörter. Denn was wie das Versteck einer Seeräuberbande aussieht, ist ein Ort, an dem Kinder Geschichten erfinden …
Warum lassen sie es nicht brennen?
L.A. ist Katastrophenregion, seit Menschen hier siedeln. Die Klimakrise macht es aussichtslos, dem zu trotzen. Und doch heißt es schon wieder: „Bauen wir eben neu.“ Noch.
„Warum man Malibu brennen lassen sollte“ – so überschrieb der kalifornische Autor und Historiker Mike Davis 1998 ein Kapitel in seinem Buch Ecology of Fear, „Die Ökologie der Angst“. Malibu – das ist das Strandparadies der Reichen und Schönen eine halbe Stunde nördlich von Los Angeles. Ihre Anwesen reichen bis fast ans Meer – die letzten paar Meter sind per Gesetz für die Öffentlichkeit reserviert, auch wenn die Prominenten immer wieder versuchen, dem gemeinen Volk den Zugang zu versperren.
Malibu ist aber auch „die Feuerhauptstadt Nordamerikas und möglicherweise der Welt“, schrieb Davis …
Angst vor deutschen Spionen – US-Internierungslager im Zweiten Weltkrieg
In den USA wurden im Zweiten Weltkrieg Bürgerinnen und Bürger feindlicher Staaten umgesiedelt und in Lager gesteckt. Man fürchtete sich vor faschistischer Propaganda und Untergrundarbeit.
Die Leiden der japanischen Bürger, vor allem in Kalifornien, sind gründlich aufgearbeitet worden, fast jedes Kind lernt in der Schule davon. Aber die Maßnahmen betrafen auch Italiener – und Deutsche. Deren Geschichte kennt kaum jemand. Ich habe eine der letzten Überlebenden in Santa Cruz in Kalifornien getroffen.
Das Manuskript der Sendung kann man hier herunterladen.
Die Geschichte von der 1,7-Millionen-Dollar-Toilette
Wie teuer darf ein öffentliches Toilettenhäuschen sein? In San Francisco sorgte ein Bauprojekt für Schlagzeilen. Am Ende wurde das Klo billiger – aber die Bürokratie wuchert weiter.)
„Noe Valley, Applaus für unsere Nicht-1,7-Millionen-Dollar Toilette!“, rief Leslie Crawford, die zur Organisation der lokalen Händler gehört, und die Umstehenden jubelten.
Noe Valley ist ein gutsituierter Stadtteil von San Francisco mit hübschen viktorianischen Häusern, Bioläden und einem kleinen Platz, auf dem jede Woche ein Markt stattfindet. Dort steht auch das rote Toilettenhäuschen, das im April seinen Betrieb aufnahm.
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Fahnenwechsel
Die Regenbogenfahne ist das internationale Symbol der LGBT-Bewegung. Sie weht in diesen Tagen sogar an den Rathäusern vieler Städte, die den Pride-Monat feiern.
Aber nur wenige kennen den Ursprung der Fahne. Ich wohne einen Block entfernt von der Originalfahne, die im Castro, dem LGBT-Viertel von San Francisco weht und alle paar Monate ausgetauscht wird.
Ein Radiobeitrag für „Corso“ beim Deutschlandfunk und ein Artikel bei den Riffreportern.
Debatte um den Weg zum Wasserstoff
Die USA waren lange Zeit ein Bremser, was Maßnahmen zum Klimaschutz angeht. Nun aber hat Präsident Biden ein Milliardenprogramm zur Förderung einer klimafreundlichen Energiewirtschaft angestoßen, den Inflation Reduction Act, kurz IRA. Insbesondere soll die Produktion von Wasserstoff angekurbelt werden. Aber der Teufel steckt im Detail.
Unter welchen Umständen bekommt Wasserstoff das Label “grün”, das ihm bescheinigt, zu 100 Prozent mit Wind- und Sonnenenergie hergestellt worden zu sein? Diese Bestimmungen muss die US-Steuerbehörde noch ausarbeiten, und zurzeit tobt ein Streit darüber. Sind sie zu restriktiv, könnte das den Ausbau der Wasserwirtschaft behindern. Sind sie zu lax, könnte sogar mehr CO₂ausgestoßen werden als mit konventionellen Methoden …
Indianer in den USA
Es gibt in den USA ein neues Indianer-Selbstbewusstsein. Vertreter von indigenen Stämmen fordern die Anerkennung ihrer Geschichte und wollen die indianische Kultur vor dem Untergang bewahren. Währenddessen hat die deutsche Geschichte ein ganz eigenes Verständnis von „Indianern“.
Ein Radiofeature für SWR2 Wissen.
Muslime in den USA – zwischen Integration und Terrorverdacht
SWR2
Die islamistischen Anschläge auf das World Trade Center haben das Leben der amerikanischen Muslime verändert. Obwohl die Attentäter aus dem Ausland kamen, standen plötzlich alle Angehörigen der islamischen Religion unter dem Generalverdacht, mit den Terroristen zu sympathisieren.
Seitdem haben Angriffe auf Muslime zugenommen, Politiker wie Donald Trump haben die Islamfeindlichkeit geschürt. Andererseits treten vor allem junge Muslima mit neuem Selbstbewusstsein auf.
Wie leben Musliminnen und Muslime heute in den USA?
Was eine Mutante anrichten kann, zeigt sich in Kalifornien
Los Angeles hat deutlich mehr Covid-19-Fälle als San Francisco. Zu den vielen Ursachen könnte auch eine sich schneller verbreitende Variante des Coronavirus gehören.
Kalifornien gehört zurzeit zu den US-Staaten, die am schlimmsten vom Coronavirus heimgesucht werden. Jeden Tag infizieren sich in dem sonnigen 40-Millionen-Staat 25.000 Menschen, und etwa 500 sterben. In der letzten Woche sind die Zahlen langsam zurückgegangen, aber für eine Entwarnung ist es zu früh.
Aber das Bild der Seuche in Kalifornien ist kein einheitliches. Das wird am deutlichsten, wenn man die zwei bekanntesten Städte im Staat vergleicht: In Los Angeles starben am Freitag 257 Menschen an Covid. In San Francisco sind im gesamten vergangenen Jahr nur 274 Menschen an dem Virus verstorben.
Zugegeben, die Zehn-Millionen-Metropole Los Angeles hat zwölfmal so viele Einwohnerinnen und Einwohner wie San Francisco. Aber auch wenn man es auf 100.000 Menschen herunterrechnet, ist der Unterschied frappierend: Dreimal so viele Infektionen und fast fünfmal so viele Tote hat LA da zu verzeichnen. Woran liegt das?
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