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Soll Geschichte ausgelöscht werden?

FAZ

Als Victor Arnautoff 1936 dreizehn Fresken über das Leben George Washingtons für eine High School schuf, illustrierte er auch die Schattenseiten des amerikanischen Säulenheiligen. Darüber ist nun ein erbitterter Streit entbrannt.

San Francisco hält sich gern für die toleranteste Stadt der Welt. Hier nahm die Hippiebewegung ihren Ausgang, hier wagten es Homosexuelle erstmals, öffentlich zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen. Wenn im Schwulen-Stadtteil Castro am hellichten Tag ein splitternackter Mann in der Sonne flaniert, dann schaut kaum ein Passant von seinem Smartphone auf. Was nicht so viele wissen: Schon vor dem Sommer der Liebe gab es in San Francisco radikale politische Bewegungen. In den dreißiger Jahren war die Stadt eine Hochburg der Arbeiterbewegung. Und ein Kunstwerk aus dieser Zeit hat nun angeblich eine derart verstörende Wirkung auf Jugendliche, dass es dem Blick der Öffentlichkeit entzogen wird. Zeitweise sollte es sogar übermalt und damit zerstört werden ...

Radiobeitrag auf SRF2 Kultur

Kollege Roboter

Immer häufiger lesen wir von Maschinen verfasste Artikel, oft ohne es zu merken. Neben Sportereignissen eignen sich Bilanzen von Unternehmen, Wahlergebnisse, Wetter und Verkehrsstaus für diese Form der Berichterstattung. Der Computer nimmt sich die Daten aus einer Datenbank und setzt die dazu passenden vorformulierten Textvorlagen aus dem Speicher zu einer Geschichte zusammen.

Der amerikanische Journalismusprofessor Nick Diakopoulos hat ein Buch darüber geschrieben, wie automatische Verfahren die Medien verändern werden („Automating the News“). Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob die Algorithmen den menschlichen Journalisten die Arbeitsplätze wegnehmen werden (Diakopoulos meint: nein), sondern auch um von Maschinen kuratierte Newsfeeds und täuschend echte Fake News.

Beitrag in „Mediasres“ beim Deutschlandfunk
Beitrag in „Kultur kompakt“ bei SRF2 (bei Minute 16)

Der Thymonaut

Die Zeit

US-Forscher behaupten, neun Menschen verjüngt zu haben. Ein Teilnehmer des Versuchs aus San Francisco berichtet, welche Erfahrungen er bei dem waghalsigen Experiment an einem kleinen Organ, der Thymusdrüse, gemacht hat.

Es ist eine Nachricht, so sensationell, dass man misstrauisch wird. Ein Team aus Forschern will das Altern besiegt haben: An neun Männern testeten sie einen Mix aus Medikamenten, die eine Drüse – den Thymus – zum Wachstum anregt. Normalerweise verkümmert die mit dem Alter. Stimmt, was in der noch unveröffentlichten Studie steht, gelang es, sie zu reaktivieren. Der Effekt: Die Männer waren hinterher körperlich jünger als auf dem Papier. Unser Reporter Christoph Drösser hat einen der Versuchsteilnehmer in San Francisco gesprochen.

DIE ZEIT: Herr Pellissier, wie sind Sie auf die Verjüngungsstudie aufmerksam geworden?

Hank Pellissier: Rund um San Francisco gibt es eine ganze Menge von Seminaren und Konferenzen über Anti-Aging. Ein Freund hörte bei einem dieser Meetings, dass Greg Fahy von der Biotech-Firma Intervene Immune Probanden suchte, also habe ich Greg kontaktiert. Der meinte, ich sei mit meinen 65 Jahren der perfekte Kandidat für das Experiment

Musik macht nicht per se schlau

SWR2 Impuls

Wer glaubt, dass Musikunterricht schlau macht, irrt. Musikalität und Intelligenz treten oft gemeinsam auf, bedingen sich aber nicht. Dass ein Kind durch das Musikmachen schlau wird, also eine klare Kausalität, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Glenn Schellenberg ist ein angesehener Musikforscher, der schon vor 20 Jahren den sogenannten Mozart-Effekt als Unsinn entlarvt hat. Der kanadische Psychologe und Komponist kämpft seit Jahren gegen übertriebene Behauptungen, nach denen Musikunterricht andere Fähigkeiten wie Intelligenz, Sprachgefühl oder mathematisches Denken fördert

Ein weiterer Beitrag beim Deutschlandfunk, Forschung Aktuell

Crêpes à la Physique

Die Zeit

Zwei Franzosen haben berechnet, wie man zu Hause perfekte dünne Pfannkuchen backt.

Es ist einige Jahre her, da stand der französische Physiker Mathieu Sellier in der Küche und versuchte, Crêpes zu backen. Er schüttete den Teig für die hauchdünnen Pfannkuchen in die heiße Pfanne und versuchte dann mit ungelenken Bewegungen, ihn möglichst gleichmäßig zu verteilen. So schildert er es heute. Und er erinnert sich daran, dass er fluchte, weil kaum einer der Teigfladen wirklich schön rund und ebenmäßig geriet. Viele hätten auch hässliche Löcher enthalten. „Du bist doch Flüssigkeitsdynamiker“, habe seine Frau gesagt. „Da solltest du in der Lage sein, die optimale Methode zu finden!“

Sellier, der heute an der University of Canterbury in Neuseeland forscht, lernte im Jahr 2016 auf einer Konferenz in Montreal seinen Landsmann Edouard Boujo kennen, einen Physiker von der École Polytechnique im französischen Palaiseau. Die beiden kamen auf das Crêpes-Problem zu sprechen und beschlossen, es theoretisch anzugehen. Nun berichten sie im Journal Physical Review Fluids darüber

Ich habe doch nichts zu verbergen!

Die Zeit

Das Handy ist Teil unserer Privatsphäre. Warum wir es trotzdem leichtfertig hergeben, haben zwei Forscherinnen untersucht.

Könnten Sie mal kurz Ihr Handy entsperren und es mir geben? Ich muss damit schnell nach nebenan gehen und etwas nachschauen.“ Würden Sie dieser Bitte nachkommen?

Das Handy ist unser intimster Begleiter. Es speichert die Namen und Adressen unserer Freunde, auch unsere E-Mails und Textnachrichten, Fotos, häufig sogar ein lückenloses Bewegungsprofil. Deshalb gerät es ins Visier von polizeilichen Ermittlern. Beschlagnahmen und durchsuchen darf die Polizei das Handy eines Beschuldigten allerdings nur mit einem richterlichen Durchsuchungsbefehl – oder aber wenn der Besitzer es ihnen freiwillig übergibt und gegebenenfalls per PIN oder Fingerabdruck entsperrt. Selbst wer meint, er habe nichts zu verbergen, sollte sich gut überlegen, ob er seine Intimsphäre freiwillig entblößt.

Roseanna Sommers von der University of Chicago und Vanessa Bohns von der Cornell-Universität im US-Bundesstaat New York hatten Zweifel, ob Menschen die Einwilligung zu einer Überprüfung ihrer Privatsphäre – in der Wohnung oder im Handy – wirklich aus freien Stücken geben

Facebook-Investor warnt vor Facebook

Deutschlandfunk Kultur

Er hat frühzeitig in Facebook investiert – nun warnt Roger McNamee in seinem Buch „Zucked“ vor der Datengier der Firma. Das Geschäftsmodell von Facebook müsse dringend verändert werden, mahnt er. Den Gründer Zuckerberg hält er für einen Naivling.

Facebook kriegt zurzeit eine Menge Prügel ab. Von der Europäischen Kommission, vom US-Kongress, von empörten Usern. Es geht um Datenschutz, um einen süchtig machenden und polarisierenden Algorithmus, um das Versäumnis, die Beeinflussung der amerikanischen Präsidentschaftswahlen durch ausländische Akteure erkannt und verhindert zu haben. Immer wenn ein neuer Skandal ans Licht kommt, entschuldigt sich der Facebook-Chef Mark Zuckerberg wortreich – und gibt bald darauf neue Quartals-Rekordgewinne bekannt.

Roger McNamee hat zu dem phänomenalen Erfolg der Firma beigetragen. Der kalifornische Risikokapitalgeber hat frühzeitig in Facebook investiert. Er hat in einem entscheidenden Moment im Jahr 2006 Zuckerberg davon abgeraten, sein junges Unternehmen für eine Milliarde Dollar an Microsoft zu verkaufen. Und er hat ihm seine Geschäftsführerin Sheryl Sandberg vermittelt

Alles wird gut. Nein, wirklich. Glaubt mir!

Zeit Online

Zum Start der Entwicklerkonferenz F8 wirbt Mark Zuckerberg mal wieder um Vertrauen. Facebook will er umbauen. Es soll sicherer werden, privater – und weniger blau.

The future is private„, die Zukunft ist privat, verkündete Mark Zuckerberg zur Eröffnung der Facebook-Entwicklerkonferenz F8, und der Applaus war verhalten. Dieses Publikum konnte er für sein neues Firmenmotto nicht begeistern. Facebooks CEO musste den Programmierern und Programmiererinnen, die Apps für sein Ökosystem aus Facebook, Messenger, WhatsApp und Instagram entwickeln, sogar sagen, dass ihre Arbeit in Zukunft schwieriger werden könnte: „Wir haben in der letzten Woche einige Änderungen in unser Entwicklerprogramm eingeführt, die den Zugriff auf unsere Daten weiter begrenzen.“

Schneller rechnen

Die Zeit

Multiplikation ist Schulstoff? Von wegen: Bei sehr großen Zahlen wird daraus mathematischer Hochleistungssport.

Das Malnehmen von zwei mehrstelligen Zahlen lernt man als elementare Rechenoperation schon in der Grundschule: Man multipliziert die linke Zahl nacheinander mit den Einern, Zehnern, Hundertern und so weiter der rechten Zahl, schreibt die Ergebnisse gestaffelt untereinander und addiert sie auf. Kein großes Ding, oder?

Zumindest gilt das für Zahlen mit ein paar wenigen Ziffern. Aber je größer die Zahlen, umso höher der Rechenaufwand – er steigt „mit dem Quadrat der Länge“ der Zahlen, wie Mathematiker sagen. Für die Multiplikation zweier vierstelliger Zahlen muss man 16-mal das Einmaleins bemühen, bei zwei hundertstelligen Zahlen schon 10.000-mal. Allgemein gesprochen: Zwei n-stellige Zahlen erfordern n2Elementarmultiplikationen (und danach noch ein paar Additionen). Für zwei Zahlen mit je einer Milliarde Ziffern würden selbst moderne Computer 30 Jahre brauchen.
Zum Glück geht es aber schneller als mit der Schulmethode 

„Ich erzähle keine Witze. Die Wissenschaft selbst ist lustig“

Die Zeit

Erst lachen, dann nachdenken – dafür hat Marc Abrahams den „Ig-Nobelpreis“ erfunden, einen Anti-Nobelpreis für schräge Forschung. Jetzt hat er eine Show daraus gemacht, mit der er nach Berlin kommt.

DIE ZEIT: Sie vergeben Preise für ziemlich schräge wissenschaftliche Entdeckungen, zum Beispiel für die, dass alle Säugetiere exakt 21 Sekunden zum Pinkelnbrauchen oder wie man ein hartes Ei mit Chemie wieder weich bekommt. Wie sind Sie auf die Idee zu diesen Ig-Nobelpreisen gekommen?