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Um nicht zu diskriminieren, müssen wir manchmal diskriminieren

Simons Institute Newsletter, 22.12.17

Wir alle streben danach, in unseren Entscheidungen Menschen nicht aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Hautfarbe zu diskriminieren – etwa wenn wir Bewerberber für einen Job auswählen. Diskriminierung ist gesetzlich verboten, und oft steht in diesen Gesetzen explizit, dass gewisse Persönlichkeitsmerkmale bei der Beurteilung von Menschen nicht herangezogen werden dürfen. Aberdiese Annahme ist falsch – mathematisch beweisbar falsch

(Artikel in Englisch)

Trump hat an der Uhr gedreht

Spiegel Online, 8.8.17

Die „Doomsday Clock“ tickt. Seit Jahrzehnten zeigen Atomforscher symbolisch, wie nah die Welt am Abgrund steht – durch Trump so nah wie seit 1953 nicht. Doch wie leicht könnte er Atomwaffen einsetzen? Antworten im Video.

Die Apokalypse war lange nicht mehr so nah wie jetzt – so zumindest sehen es US-Atomforscher. Seit 70 Jahren analysiert eine Gruppe von Wissenschaftlern die globale Sicherheitslage und gibt regelmäßig Einschätzungen heraus, wie groß die Gefahren für die Menschheit sind. Ihr Urteil wird symbolhaft auf einer Weltuntergangsuhr gezeigt – der sogenannten Doomsday Clock.

Mit der Wahl von US-Präsident Donald Trump zum mächtigsten Mann der Welt stellten die Forscher die Uhr um weitere 30 Sekunden vor: Der Zeiger befindet sich damit zweieinhalb Minuten vor zwölf. Das letzte Mal befand sich die Welt aus Sicht der Wissenschaftler im Jahr 1953 derart nah am Abgrund – damals hatten die USA und die Sowjetunion gerade ihre Wasserstoffbombe getestet

Dieser Mathematiker will für Macron ins Parlament

Die Zeit, 31.5.17

Was treibt einen Star der Wissenschaft in die Politik? Fragen an den Franzosen Cédric Villani

DIE ZEIT: Sie sind Frankreichs bekanntester Mathematiker, haben die Fields-Medaille gewonnen, quasi den Nobelpreis für Mathematik, und leiten das ehrwürdige Institut Henri Poincaré in Paris. Nun kandidieren Sie für die Partei von Emmanuel Macron bei der Parlamentswahl im Juni. Was bewegt einen Forscher zu diesem Schritt?

Cédric Villani: Ich bin seit Jahren politisch aktiv und trug schon lange die Idee mit mir herum, irgendwann tiefer in die Politik einzusteigen. Dennoch hätte ich noch vor zwei Monaten nicht gedacht, dass ich fürs Parlament kandidieren würde. Aber in der französischen Politik ist im Moment alles neu und überraschend

Die Stimmen Europas

Die Zeit, 22.5.14

Welches Land hat am meisten Mitglieder? Sind die Euroskeptiker auf dem Vormarsch? Wie groß ist die Macht des Parlaments? Das EU-Parlament mit Sitz in Straßburg ist weltweit die größte überstaatliche Institution, die direkt gewählt wird. Es vertritt 500 Millionen Europäer.

Das Bundesverfassungsgericht hat vor einigen Monaten die geplante Dreiprozenthürde für die Europawahl gekippt – nun kann jede Partei ins Parlament einziehen, die genügend Stimmen für einen Sitz bekommt. Wir haben für diese Infografik einmal ausgerechnet, was passiert wäre, wenn bei den bisherigen Europawahlen ebenfalls keine Sperrklausel gegolten hätte. Das Ergebnis: Ein bunter Haufen von Abgeordneten hätte im Parlament gesessen, von Autofahrer- und Rentnerpartei bis zur Friedensliste und NPD.

Außerdem in dieser Grafik: Die Abgeordeneten aller Länder nach Fraktionszugehörigkeit, die möglichen Abgeordneten der Euro-Skeptiker und eine Checkliste mit den Kompetenzen des Europäischen Parlaments.

 

Die Infografik als PDF

Wer mit wem?

Die Zeit, 8.8.13

„Wahlistik“ bei ZEIT ONLINE: Wie lassen sich die Wahrscheinlichkeiten denkbarer Koalitionen berechnen?

Wahlumfragen scheinen eine präzise Antwort auf die „Sonntagsfrage“ zu geben: Für wen würden die Deutschen stimmen, wenn nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre? In diesen Wochen geht es auf und ab – mal reicht es für die regierende schwarz-gelbe Koalition, mal nicht. In Wirklichkeit stecken hinter den Zahlen große Unsicherheiten. Weil sie auf Stichproben von 1.000 bis 2.500 Bürgern basieren, treffen sie die tatsächliche Stimmung in der Bevölkerung nie genau – sondern nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Wie müsste ein Modell aussehen, das dieser Tatsache Rechnung trägt? Wie könnte man für alle realistisch denkbaren Koalitionen die Wahrscheinlichkeit ihrer Möglichkeit nach der Wahl angeben? Helmut Küchenhoff und Andreas Bender vom Institut für Statistik der Universität München haben für die ZEIT und ZEIT ONLINE ein Modell entwickelt, das genau dies tun soll. Wir nennen es „Wahlistik“

Unnötig komplex

Die Zeit, 27.9.12

Die Formel für die Sitzverteilung im Parlament wird keiner verstehen.

Hand aufs Herz – könnten Sie in einem Satz erklären, wie in der Vergangenheit der Bundestag gewählt wurde? Etwa so: 299 Sitze wurden direkt in den Wahlkreisen an die Kandidaten mit den meisten Erststimmen vergeben, dann wurden noch einmal 299 so verteilt, dass der Gesamtproporz dem Zweitstimmenergebnis entsprach.

Stimmt fast, allerdings gab es dann noch garstige Phänomene wie die Überhangmandate (die dafür sorgten, dass der gegenwärtige Bundestag 620 Abgeordnete hat) und das sogenannte negative Stimmgewicht – unter bestimmten Voraussetzungen konnten mehr Stimmen für eine Partei dazu führen, dass diese weniger Sitze bekam.

Das geht gar nicht, sagte das Bundesverfassungsgericht zu Recht und beauftragte die Politik mit einer Nachbesserung.